Nachtrag zur GEMA-Debatte auf der (PopUp
Verfasst: Am 25.05.2009 um 10:09:51 Uhr von martin
Wir waren vor kurzem auf der (PopUp in Leipzig. Das ist im Prinzip eine Art "Messe" für unabhängige Musiker und junge Labels. Wenn man nicht einer der beiden Gruppen angehört ist die relativ sinnlos und kleiner, als man sie durch ihr aufgeplustertes Äußeres erwartet.
Eine interessante Diskussion ("Forum" genannt) gab es dann aber doch: Über die GEMA.
Die GEMA wurde dabei durch ein Aufsichtsratsmitglied repräsentiert und dieses transportierte direkt die Message, die man vorurteilsweise sowieso schon mit der GEMA verbindet: Ein korpulenter, alter Mann im Anzug, mit gespielt lässigem Auftreten, der so wirkt, als fühlte er sich viel zu wichtig, um zu sitzen, wo er eben gerade saß.
Nach seinen >3 Sätzen für die "Erklärung der GEMA in 3 Sätzen" (schon wieder sowas, was ich erwartet hatte...), wo er die GEMA noch als "Solidargemeinschaft" und "flexibel" dargestellt hatte, kam dann langsam zutage, woher die Vorurteile überhaupt kommen. Die sind nämlich lustigerweise berechtigt.
Die GEMA ist - dem zufolge, was ich da erlebt habe - wirklich der graue, behäbige Dino, der um jeden Preis und Abschaltung sämtlicher Logik und Veränderungsbereitschaft an seiner gegenwärtigen Position festhält.
Zunächst ging es darum, dass Musiker, die in einem kleinen Sender gespielt werden und artig GEMA-Mitglieder sind, kein Geld bekommen, wenn der Sender zu klein ist. Das Berechnen wäre zu aufwendig.
Wieso? Wenn man schon die GEMA-Schuld ins Gesetz parken konnte, dann kann man ja wohl die Radios auch verpflichten Playlisten in m3u- oder pls-Format zu führen und dann sehr bequem mittels eines einfachen Parsers abrechnen, welche Titel (und mit welcher Länge) auftraten. Das ist keine so große Rechenaufgabe, als dass sie nicht von einem Moloch, wie die GEMA einer ist, gelöst werden könnte (Klar muss man in die nötige Rechenkapazität einmal investieren).
Als dann ein Student, der als DJ schon recht gut dabei ist (ca. 300-500 Gäste bei seinen Sessions), dann mit folgender Problematik vortrat, kam der GEMA man aus der Reserve. Danke an den DJ an dieser Stelle!
Der Gute spielt nämlich nur GEMA-freie Musik auf seinen Veranstaltungen, meldete diese auch an und übersandte die geforderte Liste der Stücke - natürlich mit den Artistnames der Künstler.
Gut - die GEMA führt (zumindest offiziell) keine Listen mit Künstlernamen (wtf?!), sondern wünscht die bürgerlichen Namen der Künstler. Das ist jetzt primär erstmal Rechercheaufwand für den DJ. Dafür habe ich nur halbwegs Verständnis.
Aber dann stellte die GEMA auch gleich mal eine Rechnung über 100 Euro aus - wo gibts denn sowas?
Der Sachverhalt ist nicht geklärt, also gibts da auch nix zu zahlen! Basta.
Als das Panel dem GEMA-Menschen dann vorschlug, da doch mal was zu ändern und flexibler zu werden, sah der sich gezwungen als Erster in der Debatte vulgär zu werden. Er meinte unter Anderem, ob die GEMA dem DJ denn "noch was anderes abwischen solle" und andere Nettigkeiten, die von groooßer Flexibilität und Diskussionsbereitschaft zeugten. Widerlich.
Nett auch, dass er regelrecht hämisch auf den Betrag von 100 Euro verwies - für ihn als Aufsichtsratsmitglied mag das ja Klimpergeld sein, für den Studenten, der aus Spaß an der Freude als DJ auflegt ist es das sicher nicht.
Sympathiepunkte holt man anders.
Am Dreistesten empfand ich aber, dem DJ mitzuteilen "Wer als Unternehmer auftritt, muss sich auch als Unternehmer behandeln lassen" - was angesichts der Diskussionskultur des älteren Herren wohl für die GEMA nicht zu gelten scheint. Die ist allen Zweifeln erhaben oder wie?
Es ist wirklich ein harter Reality-Check gewesen aber er zeigt: Die GEMA IST ein großer, lahmer Dino. Mal sehen, wann der CC-Meteor einschlägt.
Eine interessante Diskussion ("Forum" genannt) gab es dann aber doch: Über die GEMA.
Die GEMA wurde dabei durch ein Aufsichtsratsmitglied repräsentiert und dieses transportierte direkt die Message, die man vorurteilsweise sowieso schon mit der GEMA verbindet: Ein korpulenter, alter Mann im Anzug, mit gespielt lässigem Auftreten, der so wirkt, als fühlte er sich viel zu wichtig, um zu sitzen, wo er eben gerade saß.
Nach seinen >3 Sätzen für die "Erklärung der GEMA in 3 Sätzen" (schon wieder sowas, was ich erwartet hatte...), wo er die GEMA noch als "Solidargemeinschaft" und "flexibel" dargestellt hatte, kam dann langsam zutage, woher die Vorurteile überhaupt kommen. Die sind nämlich lustigerweise berechtigt.
Die GEMA ist - dem zufolge, was ich da erlebt habe - wirklich der graue, behäbige Dino, der um jeden Preis und Abschaltung sämtlicher Logik und Veränderungsbereitschaft an seiner gegenwärtigen Position festhält.
Zunächst ging es darum, dass Musiker, die in einem kleinen Sender gespielt werden und artig GEMA-Mitglieder sind, kein Geld bekommen, wenn der Sender zu klein ist. Das Berechnen wäre zu aufwendig.
Wieso? Wenn man schon die GEMA-Schuld ins Gesetz parken konnte, dann kann man ja wohl die Radios auch verpflichten Playlisten in m3u- oder pls-Format zu führen und dann sehr bequem mittels eines einfachen Parsers abrechnen, welche Titel (und mit welcher Länge) auftraten. Das ist keine so große Rechenaufgabe, als dass sie nicht von einem Moloch, wie die GEMA einer ist, gelöst werden könnte (Klar muss man in die nötige Rechenkapazität einmal investieren).
Als dann ein Student, der als DJ schon recht gut dabei ist (ca. 300-500 Gäste bei seinen Sessions), dann mit folgender Problematik vortrat, kam der GEMA man aus der Reserve. Danke an den DJ an dieser Stelle!
Der Gute spielt nämlich nur GEMA-freie Musik auf seinen Veranstaltungen, meldete diese auch an und übersandte die geforderte Liste der Stücke - natürlich mit den Artistnames der Künstler.
Gut - die GEMA führt (zumindest offiziell) keine Listen mit Künstlernamen (wtf?!), sondern wünscht die bürgerlichen Namen der Künstler. Das ist jetzt primär erstmal Rechercheaufwand für den DJ. Dafür habe ich nur halbwegs Verständnis.
Aber dann stellte die GEMA auch gleich mal eine Rechnung über 100 Euro aus - wo gibts denn sowas?
Der Sachverhalt ist nicht geklärt, also gibts da auch nix zu zahlen! Basta.
Als das Panel dem GEMA-Menschen dann vorschlug, da doch mal was zu ändern und flexibler zu werden, sah der sich gezwungen als Erster in der Debatte vulgär zu werden. Er meinte unter Anderem, ob die GEMA dem DJ denn "noch was anderes abwischen solle" und andere Nettigkeiten, die von groooßer Flexibilität und Diskussionsbereitschaft zeugten. Widerlich.
Nett auch, dass er regelrecht hämisch auf den Betrag von 100 Euro verwies - für ihn als Aufsichtsratsmitglied mag das ja Klimpergeld sein, für den Studenten, der aus Spaß an der Freude als DJ auflegt ist es das sicher nicht.
Sympathiepunkte holt man anders.
Am Dreistesten empfand ich aber, dem DJ mitzuteilen "Wer als Unternehmer auftritt, muss sich auch als Unternehmer behandeln lassen" - was angesichts der Diskussionskultur des älteren Herren wohl für die GEMA nicht zu gelten scheint. Die ist allen Zweifeln erhaben oder wie?
Es ist wirklich ein harter Reality-Check gewesen aber er zeigt: Die GEMA IST ein großer, lahmer Dino. Mal sehen, wann der CC-Meteor einschlägt.
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