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Leben

Verfasst: Am 03.02.2010 um 18:05:52 Uhr von martin

"Tja, so ist das Leben".
Den Satz hört man so oft. Aber er ist so unfassbar falsch. Er verkennt in seiner Verwendung üblicherweise, wie vielseitig und unterschiedlich das Leben ist. An und für ich ist kein Tag wie der andere. Klar - es gibt etwas, was wir als "Alltag" empfinden. Aber im Prinzip ist es nur mangelnde "Bröckeligkeit" (ich könnt mich wegschmeißen. Gemeint ist hier natürlich "Granularität") in der Betrachtung.
Wenn man vom Alltag spricht, dann beschreibt man den so: "Aufstehen, Arbeit | Studium | Schule | whatsoever, nach Hause kommen, Essen, Schlafen."
Wenn man aber die Betrachtung etwas genauer macht, dann stellt man fest: Die Tagesbeschäftigung, Studium, Schule oder Arbeit - sieht jeden Tag anders aus. Meistens jedenfalls. Das verdanken wir nicht zuletzt natürlich unseren Mitmenschen, die sich diese Tätigkeit mit uns teilen, quasi.
Diese Menschen gestalten unser eigentliches Leben. Sie machen die Tage lebenswert. Manche von ihnen auch eher das gegenteil, klar - aber der Großteil der Menschen um mich herum ist einfach nur spitze. Ich bin froh, solche Menschen um mich herum zu haben und mit ihnen die Tage mit Leben füllen zu dürfen.
An sich ist das Leben sowieso erschreckend. Es ist eigentlich sehr kurz, wenn man mal die Existenz der Erde als Maßstab zugrundelegt.
Ich bin erst 20. 20 Jahre jung. Aber anders betrachtet sind 2 Jahrzehnte - 2 Dekaden meines Lebens schon passé. Vorüber. Vorbei.
Diese 20 Jahre sind gefüllt mit Erinnerungen. Mit vielen schönen, schmerzhaften. Mit wichtigen und unwichtigen. Und was mir persönlich das Wichtigste ist: Sie sind gefüllt mit Menschen.
Vielen Menschen bin ich auf meinem Weg bisher begegnet. Viele davon erachte ich als sehr wertvoll für mein Leben. Das fängt bei den Krankenschwestern des Neugeborenenzimmers an, an die ich mich naturgemäß kaum bzw. gar nicht erinnere, es geht weiter über meine Familie und meine Freunde über meinen ganzen Lebensweg, über meine Lehrer und Chefs, meine Arbeitskollegen. Viele von Ihnen waren mir gute Begleiter, andere waren eine Abschreckung. Beides ist auf seine Weise gut. Ich stehe in Frieden mit meiner Vergangenheit und bin froh, dass mein Leben verlaufen ist, wie es eben verlaufen ist. Ich kann mich glücklich schätzen; es war schön.

Das klingt jetzt gradezu melancholisch. Ists auch zum Teil. Aber ich schöpfe gerade aus dieser Vergangenheit sehr viel Kraft für die Gegenwart und Zukunft.

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